Projekt Jugendrichterliche Weisungen

Das Jugendstrafrecht folgt dem Grundsatz Erziehung statt Strafe. Junge Menschen sollen sich durch Förderung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähi­gen Persönlichkeit entwickeln können. Hierbei werden sinnvolle Alternativen zu freiheitsentziehenden jugendrichterlichen Sanktionen bereitgestellt, da sich rigide Maßnahmen in der Regel negativ auf junge Menschen auswirken.

Um auf die Straffälligkeit und die damit oft verbundenen besonderen Lebenslagen von jungen Menschen individuell reagieren zu können, bieten wir im Rahmen dieses Projektes mehrere Hilfsmöglichkeiten an.

Durch das Jugendgericht werden Jugendliche verurteilt, Arbeitsauflagen bzw. die so gennannten „Sozialstunden“ zu verrichten. Wir organisieren diese Auflagen bei gemeinnützigen Einrichtungen oder führen die Weisungen unter sozialpädagogischer Anleitung selbst mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch .

Jungen Menschen mit erhöhtem pädagogischen Unterstützungsbedarf z.B. wegen problematischer Lebenssituationen, bei fehlendem familiären Rückhalt oder beruflicher Perspektivlosigkeit bieten wir im Rahmen von zeitlich befristeten Betreuungsweisungen Unterstützung an.

Im Rahmen einer Gesprächsweisung können Jugendliche unter pädagogischer Anleitung in 1-3 Gesprächsterminen ihre Gesamtsituation reflektieren und notwendige und sinnvolle nächste Schritte erarbeiten.

Ein Verkehrsseminar für strafrechtlich auffällig gewordene junge Verkehrsteilnehmer soll den Teilnehmern bessere Einsicht in das eigene Fehlverhalten beziehungsweise in das richtige Fahrverhalten geben. Weitere mögliche Themen reichen von Verkehrsunfällen unter Alkohol und anderen Betäubungsmitteln, Aufklärung über die Rechtsfolgen von Verkehrsdelikten usw.